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Emil Trenkle Autobiography
Göttingen, Germany  8 July 1859


Transcription:

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Im Anschluss an das obige Gesuch will ich hier der Sitte entsprechend
eine Kurze Erzählung meiner  Personalrer hältniße folgen laßen.

Zu Waldkirch im Großherzogtum Baden gegen Ende das Jahres
1824 geboren erhielt ich den gewöhnlichen Volks unterricht und nach dessen
Beendigung  von zwei Geistlichen meiner Vaterstadt Unterricht in
Musik und französischer Sprache. Später suchte ich salbst Musik unterricht
Zu erteilen und begab mich Ende das Jahres 1844 nach dem nahe gelegenen
Freiburg ist. Um durch Privatunterricht den Lebens unterhalt
für mich und meinen junger Bruder zu gewinnen um so mit
Beihilfe der vermögen losen aber äußerst arbeit sammeln Eltern
muss Beide dem Studium widmen zu Können.

Das Wagnis gelang und ich begann die lateinische spracht in 21th
Lebens Jahr.  Setzte Unterricht erteilen Unterricht nehmend meine
Gymnasialstudien privatem, mein Bruder auf dem Gymnasium
selbst, so rasch fort dass ich im Sommer 1847 eine Prüfung bestehen
Konnte.  Wodurch  ich als Gast in die letzte Lyieal klasse zugelassen
Und mir gestattet wurde mit den Übrigen Schülern die Abiturienten
Prüfung machen zu dürfen, in Folge deren ich zur Universität
Entlassen wurde.

Die Anstrengungen dieser nüch sammen doppelarbeit hatten aber
meine Kräfte erschöpft ich vor lange Zeit Kränklich und unter der
Aus allen Fugen weichenden Merholtnißau des Jahres 48 utllh
musste ich alle Mühe und Kraft auf die Ererbung des Lebens unterhalte
wenden um den Aufenthalt in Freiburg für mich und meinen
Bruder ohne Schulden fortsetzen zu Können

Bei dem Allem Hatte ich es möglich gemacht dass ich mit Hilfe
der sich aufopfernden Eltern, meinem Bruder Unterricht beim ersten
Musiklehrer der Stadt versessen Konnte

Als aber in Jahr 1850 meinen Erwerbs quellen inner Kärglicher und



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Die Aus sicht out eine Verbesserung derselben und eine glückliche Be-
Endigung unsrer Studien inner düsterer wurde, entschloss ich mich
nach langem Widerstreben der Eltern, meinen musikalisch Jahr
begabten Bruder in Amerika seine Existenz suchen zu lassen und
setze meinen bis dahin im Freiburg geronnenen Kredit auf die
höchste Poabe um das hiezu notwendige Geld herbeischaffen
Auch dieses gelang, mein Bruder reiste ab, und ich blieb zurück und
suchte durch Arbeit und vermittels dines Kleinen Stipendiums mich
von Schulden frei zu machen, das Studium freilich sank unter diesen
teuk der Verhältnisse bis zu einem fleißigen Kollegien besuch herab
und auch diesen Nuzen hatte ich bei den beständigen lästigen Sargen nur
in Jahr geringem Grade, jedoch lebte und existierte ich selbständig.

Bis dahin war im Ganzen alles geglückt und hsien sich gut zu gestalten
Denn mein Bruder hatte im Norden der Vereinigten Staaten gleich
falls eine Existenz gefunden; bald darauf jedoch erkrankte unser
trefflicher Voter und von hier an blieb, was man Unglück nennt, ein
ziemlich treuer Begleiter mit wenigen Kurzen Lnter Missionen .
Nach langem Krankenlager starb der Vater und ich wurde von
Typhus befallen und behielt Herrenstörungen davon zurück welche
mir jegliche Leotüre unmöglich  machten des halb unterbrach ich
meine Studien als meine Bruder unsre Mutter zu sich nach Amerika
nehmen wallte und geleitete sie dahin.

Meine noch allein zurück bleibende Lebetnde ritnt besserte sich
etwas und ich hassten in dem ruhigern Leben Europa meine Studien
doch nach in der von mit gewünschten, regelmäßigen weise rollenden
zu können, und Kehrte nun von  meinen Bruder mit Existenz mitteln
versehen, nach Europa zurück, erhalten mich und studierte in Giessen
Später in Breslau wo ich aber plötzlich wieder auf den Frühern
Grad meines Leidens herunterkam; ich kannte weder lesen nach
Schreiben, nach irgend eine dauernde geistige Beschäftigung unternehmen,
weil das Sehen nachließ und sich bald heftige Kopfschmerzen

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einstellten, dabei verlor ich allen Muth und Lebenslust und vegetierte
kaum nach, durch längre zeit hin; mein Bruder ließ es mich an
Mittele nach an Zuspräche Fohlen und vor etwas mehr als einem
Jahre begann sich mein Vibel zu verlieren nach langsamer Abnahme
bis ich endlich ganz frei wurde und den beweis selbst  durch
mikroskopisches arbeiten liefern kannte.

Bis Mitte dieses Winters ging alles gut, als plötzlich mein
Bruder in Folge eines der täglichen Arbeit wegen vernachlässigen
Lungenkatarrhs, vor Emphysem befallen wurde, und sofort die
nördlichen  Staaten verlassen und nach dem Süden gehen musste,
von wo ihm die dortigen Ärzte, sofern nicht baldige Besserung
eintritt, das milde Klima Californien's anraten; die Steise kann
er nicht unbegleitet unternehmen und so bin ich jede Moment
gewärtig Europa verlassen zu müssen um ihn nach dem Westen
zu begleiten.

In dieser Weise ist mir auch jetzt nach wieder hergestellter
Gesundheit, der ruhige Abschluss meiner Studien vielleicht  verjagt,
und ich sehe mich genöthiost. Um ein Jahr früher und mit weit
weniger soliden Kenntnissen als es in meinen Plan und Willen
lag mich zur Examination melden zu müssen; jedoch
hasse ich beweise geben zu Kannen, dass ich seriel von den notwendigsten
Grundlegen der Wissenschaft, mir angeeignet Labe, dass ich
das mir Fehlende auch allein stehend und nur meine Bücher
beschränkt zuverlässig und sicher bald erreichen werde

Göttingen den 8 Juli 1859

E. Trenkle



Originals from Dr. Ulrich Hunger, Universitätsarchiv Göttingen:
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